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Wie wärs mit einem Apotheken-Modell?

Bei steigenden Krankenkassenprämien wählen immer mehr Menschen Sparmodelle mit Telemedizin-Beratung. Trotzdem hätten sie auch gerne einen persönlichen Ansprechpartner. Eine Krankenkasse mit Apothekenberatung bietet Ihnen beides.

Apotheke als erste Anlaufstelle

Es macht Sinn, bei einem gesundheitlichen Problem zuerst in die Apotheke zu gehen. Denn Apotheker können mit ihrer Kompetenz sehr viele Fälle behandeln, ohne dass ein Arztbesuch nötig ist. In Zeiten, in denen immer häufiger gleich der Notfall aufgesucht wird, spart man damit auch noch viel Geld. Ausserdem ist die Apotheke sechs Tage die Woche ohne Termin erreichbar.

 

Sobald dies erforderlich ist, nimmt der Apotheker mit dem Patienten eine vertiefte Abklärung vor, die in einem separaten Beratungszimmer stattfindet. Mit Checklisten wird verhindert, dass Notfallzeichen übersehen werden. Je nach Ergebnis der Beratung wird die Therapie gleich vor Ort angeordnet oder Rücksprache mit einem Telemediziner genommen. Bei stärkeren Krankheitszeichen findet eine Überweisung an einen Arzt oder den Notfall statt.

 

Einige Tage später wird der Patient kontaktiert, um den Verlauf seiner Krankheit zu prüfen. Falls die erwartete Besserung nicht eintritt, kann ebenfalls eine Überweisung an den Arzt gemacht werden.

 

Neu bieten einige Krankenkassen ein Versicherungsmodell an, bei dem genau dieses Vorgehen genutzt werden kann. Es ist deutlich günstiger als klassische Modelle wie freie Arztwahl oder Hausarztmodell.

Wie gut sind Apothekenmodelle?

Das Apothekenmodell von Swica gibt es seit dem Jahr 2015. Aufgrund der Fallverläufe können folgende Erfolgsquoten ausgewiesen werden:

  • 75% der Fälle werden durch den Apotheker allein gelöst, das heisst ohne Beizug eines Telemediziners oder Arztüberweisung.
  • Mit Hilfe der Telemedizin können 95% der Fälle gelöst werden.
  • Folglich war es nur in 5% der Fälle nötig, den Patienten an den Notfall oder eine ärztliche Untersuchung zu überweisen.

Diese Problemlösungsquote kann sich nicht nur aus medizinischer Sicht sehen lassen. Verglichen mit einer telemedizinsiche Beratung oder einer Arztkonsultation spart die Apothekerabklärung viel Geld.

Das Modell ist auch für Patienten mit vorbestehender Erkrankung geeignet, um zwischendurch auftretende Probleme in der Apotheke behandeln zu lassen. Ausserdem gibt es eine begleitende Beratung extra für Asthma-Patienten.

Wieviel kosten Apothekenmodelle?

Im Kanton Solothurn beträgt die Prämie für das Modell Swica Favorit Medpharm ab 2018 (ohne Unfalldeckung) Fr. 361.80 bei einer Franchise von 300 Franken und Fr. 253.50 bei einer Franchise von 2500 Franken (Quelle: Swupp.ch)

 

Bei Sympany Casamed pharm kostet die Prämie (ohne Unfalldeckung) für das Jahr 2018 Fr. 338.20 bei einer Franchise von 300 Franken und 238.80 bei einer Franchise von 2500 Franken (Quelle Prämienrechner auf der Sympany-Homepage).

 

Im Vergleich zu anderen Billigmodellen mit Telemedizin-Beratung bietet ein Apothekenmodell die persönliche Betreuung durch das Team Ihrer Apotheke vor Ort, die Telemedizin steht aber trotzdem zur Verfügung. Dies verkürzt insbesondere die Wartezeiten, da Sie nicht auf den Rückruf der Telemedizin warten müssen.

 

Wer Offerten für ein Apothekenmodell möchte, muss gut suchen. Da es aus dem Rahmen der klassischen Versicherungen mit Hausarzt oder Telemedizin fällt, werden Apothekenmodelle in Vergleichsdiensten oft nicht  direkt angezeigt. Wir haben auch festgestellt, dass die Prämien auf Vergleichsportalen voneinander abweichen. Am sichersten ist es daher, bei den betreffenden Versicherungen selbst anzufragen.

 

Die Jura-Apotheke Balsthal ist Partner-Apotheke des Swica Favorit Medpharm-Modells und des Kolping/Sympany Casamed pahrm-Modells. Wer in der Region Balsthal dieses Modell abschliesst, kann sich also in unserem Haus bei gesundheitlichen Problemen beraten lassen.

Konditionen und Erstattung im Swica Medpharm-Modell

Swica bezahlt die Fallabklärung durch den Apotheker, dieser Betrag wird nicht der Franchise angerechnet. Wird ein rezeptfreies Medikament zur Linderung der Beschwerden benötigt, muss dieses vom Patienten selbst bezahlt werden. Rezeptpflichtige Medikamente werden von der Krankenkasse bezahlt.

 

Wenn der Apotheker eine ärztliche Untersuchung für notwendig hält, welche nicht durch das Ärztetelefon abgedeckt werden kann, so muss der Patient keine weiteren Vorkehrungen treffen, damit der Arztbesuch auch übernommen wird - jedoch muss der Arzt auf der Liste der Krankenkasse aufgelistet sein. Ob der Arzt aufgeführt ist, kann man hier überprüfen.

 

In offensichtlichen Notfällen, bei Folgebehandlungen eines bestimmten Arztes oder Routineuntersuchungen beim Augen- oder Frauenarzt ist es nicht notwendig, sich zuerst an die Apotheke zu wenden.

Konditionen und Erstattung im Sympany/Kolping Casamed pharm

Die Krankenkasse erstattet die Fallabklärung durch den Apotheker, der Betrag wird nicht der Franchise angerechnet. Prinzipiell sind Medikamente, die durch den Apotheker eigenständig abgegeben werden, selbst zu bezahlen. Man kann jedoch die Quittung der Krankenkasse einsenden und diese entscheidet individuell, ob sie die Kosten übernimmt. Wird ein Rezept durch einen Telemediziner ausgestellt, werden die Medikamente normal der Krankenkasse abgerechnet, wenn sie auf der Spezialitätenliste gelistet sind.

Wenn der Apotheker die leibliche Untersuchung durch einen Arzt für notwendig hält, kann der Patient einen Arzt aus der umfangreichen Liste der Versicherung auswählen.

 

In offensichtlichen Notfällen, bei Folgebehandlungen eines bestimmten Arztes oder Routineuntersuchungen beim Augen- oder Frauenarzt ist es nicht notwendig, sich zuerst an die Apotheke zu wenden.

Autor:

Florian Sarkar, eidg. dipl. Apotheker

 

Disclaimer:

Wir erhalten für die Veröffentlichung dieses Artikels keine Beiträge von Krankenkassen. Es ist für uns eine grosse Befriedigung, dass Krankenkassen nach 20 Jahren Vorarbeit anerkennen, dass die medizinische Erstversorgung in der Apotheke ein wesentlicher Sparfaktor für das Gesundheitswesen ist.

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